Browse this website in:

Schleiftemperatur und Kühlung:

Die Wärmeentwicklung (bis zu 1000°C in den Randzonen) ist abhängig von Schleifscheibenumfangsgeschwindigkeit und Zustellung.

=> Schleifschäden

So kann es besonders bei gehärteten und vergüteten Werkstoffen zu einer Gefügeveränderung kommen.

=> Weichhaut

Neben der Enthärtung kann es auch eine Neuhärtung geben, wenn die Spitzentemperatur über der Umwandlungstemperatur zum Austenit liegt.

Geringe Randzonenerwärmung wird erreicht durch:

- kleine Zustellung und kleine Kontaktlänge

- kleines Geschwindigkeitsverhältnis

- Schleifkörper mit hoher Griffigkeit, geringer Kornhaltekraft und sprödem Korn

- Kühlschmierung

Kühlschmierung:

- Zuführen unter hohem Druck bei hoher Schleifscheibenumfangsgeschwindigkeit

- Größere Durchflussmenge bei niedriger Vorschubgeschwindigkeit

- keine zu hohe Viskosität, da sonst das Kühlmittel auf Werkstück drückt

- nicht zu viel Wasser im Kühlmittel wegen Korrosionsanfälligkeit

Qualitätssicherung:

Beim Schleifen sind die Qualitätsgrenzen meist vorgegebene Rauheiten, noch zulässige Profil- und Rundheitsabweichungen und Auftreten von Brandflecken oder Rattermarken an der Werkstückoberfläche. Die Oberflächenrauheit liegt in der Regel bei Rz = 0,2 - 20 µm (fein). Die Erfassung der Rauheit erfolgt beim Schleifen meist mit Tastschnittgeräten wie dem Pert-O-Meter, das quer zu den Schleifriefen die Oberfläche mit einer Nadel abtastet.

Schleifen:

Schleifen ist ein abtragendes Fertigungsverfahren mit einem vielschneidigem Werkzeug zur Bearbeitung von Oberflächen mit Schleifmitteln. Das Werkzeug setzt sich aus einer Vielzahl von unregelmäßig geformter Schneiden zusammen. Durch Schleifen wird vor allem eine Verbesserung der Formgenauigkeit erzielt.

Es wird eingesetzt:

- zur Erzielung einer gewünschten Form bei Edelsteinen, auch von eingeschnittenen

Verzierungen in Glas

- als Werkzeugschleifen zum Schärfen von Schneiden von Werkzeugen, z.B. Schwerter,

Messer, Scheren, Sensen, Beile, Bohrer, Sägen, Drehmeißel, Fräser, von Hand oder

maschinell

- zur Glättung von Oberflächen

- zur Feinbearbeitung von gehärteten Flächen, z.B. Dichtflächen, Messmittel, Lagerflächen

durch

Rundschleifen, Flachschleifen, Profilschleifen und Koordinatenschleifen.

Schleifverfahren

Grundsätzlich kann bei allen Schleifverfahren im Gleichlauf oder Gegenlauf geschliffen werden. Dabei wird die eigentliche Schnittbewegung immer vom Werkzeug bzw. von der Schleifscheibe durchgeführt. Des Weiteren führt auch der zu bearbeitende Werkstoff eine Bewegung mit einer Werkstückgeschwindigkeit (Vorschubgeschwindigkeit) aus.

Im Allgemeinen unterscheidet man die jeweiligen Verfahren noch zusätzlich in der

- Art der Bearbeitung (Innen- oder Außenbearbeitung)

- Art des Schleifwerkzeugs (Umfangs- und Seitenschleifscheiben)

- Art der Vorschubbewegung (Längs- oder Einstechschleifen)

Mit den neuesten Feinschleifmethoden lassen sich schon fast so glatte und maßgenaue Werkstücke herstellen wie beim Läppen. Beim Schleifen werden höhere Abtragsraten erreicht, wodurch das Schleifen günstiger wird.

Planschleifen

Durch das Planschleifen werden ebene Flächen erzeugt Plan-Umfangschleifen Abtrag durch Mantelfläche der Schleifscheibe Geeignet: mit möglichst großen und breiten Schleifscheiben und mit großem Quervorschub.

Rundschleifen

Durch Rundschleifen werden kreiszylindrische Flächen erzeugt

- Außen-Rundschleifen

Sehr kurze Kontaktlänge zwischen Werkstück und Schleifscheibe (günstige Kühlung und

Spanabfuhr)

Geeignet: für die Bearbeitung zylindrischer und kegeliger Außenformen

- Innen-Rundschleifen

Sehr große Kontaktlänge zwischen Werkstück und Schleifscheibe (ungünstige Kühlung und

Spanabfuhr)

Geeignet: für Bearbeitung zylindrischer und kegeliger Bohrungen

Schraubschleifen (Gewindeschleifverfahren)

Parallele Anordnung von Werkstück- und Schleifspindelachse, Gewindesteigung entspricht dem Vorschubweg Geeignet: zur Herstellung von Präzisionsgewinden und Gewindebohrern

Wälzschleifen

Ein Profil von mehreren Zähnen wird an das Werkstück abgewälzt

Geeignet: für die Feinbearbeitung von gerad- und schrägverzahnten Außenstirnrädern

Profilschleifen

Mittels einer Diamant-Profilrolle wird ein gewünschtes Profil auf die Schleifscheibe gebracht

Geeignet: für die Erzeugung von Profilen auf Plan- und Rundflächen

Schneideneingriff

Die Schleifkörner dringen auf einer sehr flachen Bahn in das Werkstück ein. Die Folge ist eine plastische Verformung von Werkstück und Korn, die umso größer wird je weiter das Schleifkorn in das Werkstück eindringt. Nach einer gewissen Eindringtiefe entsteht schließlich ein Fließen des Werkstücksstoffes. Die Spanbildung tritt jedoch erst dann ein, wenn eine ausreichende Werkstückstoffmenge abgetrennt wurde.
 
Deutsch (DE-CH-AT)